Buchungsplattform hrs.de verärgert Hotelverbände: Boykott bis Schweizer Konkurrenzportal – Handybuchung im Trend Buchungsplattform hrs.de verärgert Hotelverbände: Boykott bis Schweizer Konkurrenzportal – Handybuchung im Trend

Februar 2012 – Mit seinen für den 1. März geplanten Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verärgert das eigenen Angaben nach „führende Buchungsportal Europas“ hrs.de die Hotelverbände der DACH-Region. Deren geplante Gegenmaßnahmen reichen vom Boykott über das Forcieren der hoteleigenen Webseite bis hin zu einem Schweizer Konkurrenzportal. „Wir sind enttäuscht, dass die Hotellierverbände so ein Fass aufmachen“, meinte Tobias Ragge, Chef von hrs.de, gegenüber der Nachrichtenagentur Pressetext.

Ich pfeif auf teure BuchungsportaleHrs.de wurde kürzlich vom Bundeskartellamt wegen der seit Jahren geltenden Bestpreis-Klausel angemahnt. Diese sei eine „Gefahr für den Wettbewerb“, heißt es. Kurz darauf folgte eine vom Lastminute-Hotelvermarkter justbook.com erwirkte Einstweilige Verfügung gegen diese Klausel. Sie sei „kartellamtswidrig und nicht“, so das vorläufige Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf. Die Bestpreis-Bestimmung ist damit bis auf Weiteres ausgesetzt.

Alles zu den neuen AGB lesen Sie hier:
http://www.tophotel.de/index.php?4f1d9776811fa|1

Ähnlich wie unlängst Lars Schlecker war Tobias Ragge eigens nach Wien gereist, um die aufgebrachten Gemüter in der Hotellerie der Alpenrepublik zu beruhigen, schloss dabei allerdings ein Abgehen vom weithin kritisierten Weg aus. „Wir müssen betriebswirtschaftliche Anpassungen vornehmen und diese Innovationen als Kosten weitergeben“, so Ragge. Man dürfe hrs.de weder die Struktur des Marktes ankreiden noch die Preise. „Hrs ist ein Online-Shop und kein Händler.“

Sehen Sie dazu bei HOTELIER TV: hrs.de eine Gefahr für den Wettbewerb
http://www.youtube.com/watch?v=yJrPhtF_AhQ

Höchste Emotionalität hat die sogenannte Bestpreis-Garantie in den neuen AGB hervorgerufen. Dabei erwartet die Buchungsplattform von ihren rund 250.000 Hotelpartnern grundsätzlich die günstigsten Zimmerpreise zur Vermittlung zu bekommen. Wenngleich darin vom deutschen Bundeskartellamt wie zur Freude des Hotelverbandes Deutschland (IHA) bereits als wettbewerbsbehindernd abgemahnt, pocht der Geschäftsführer weiter darauf. „Hrs kann kein kostenloser Traffic-Motor für die hoteleigenen Webseiten werden.“

Preisspirale befürchtet
Gleichfalls viel Staub wirbelt die geplante Provisionserhöhung von zwölf auf 15 Prozent auf, denn die Hotelliers befürchten den Beginn einer Preisspirale. Dem widerspricht Ragge und gibt zu bedenken: „Auch die Buchung über die hoteleigene Webseite ist nicht gratis. Je nach Buchungsrate entstehen dem Hotelbetreiber Vertriebskosten von 20 bis 25 Prozent.“ Hrs.de wolle weiterhin das beste Buchungsportal für Mittelstandshotels bleiben und Hotelketten nicht bevorzugen.

Hrs-Chef Tobias Ragge auf Vermittlungstour in Wien (Foto: fotodienst.at/Molner)
Hrs-Chef Tobias Ragge auf Vermittlungstour in Wien (Foto: fotodienst.at/Molner)

Auch in der Schweiz hat sich hrs.de großen Unmut zugezogen, so Susanne Daxelhoffer vom Dachverband Hotelleriesuisse im Gespräch mit Pressetext. „Wir raten aber von einem Boykott ab und empfehlen, die hoteleigene Webseite zu forcieren.“ Dies sei immer noch der beste Weg zum Kunden und provisionsfrei. Zudem wolle man als eine „schlagkräftige Alternative“ in Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus und Schweizer Bundesbahnen die provisionsniedrigere Buchungsplattform von STC weiter stärken.

Hrs.de gilt mit seinen Partnerportalen tiscover.com und hotel.de und 1.100 Mitarbeitern als Marktführer bei Hotelbuchungen in Europa und verzeichnet monatlich über zehn Millionen Besuche. 64 Mitarbeiter sorgen für Hotelbeschreibungen in 32 Sprachen aus 180 Ländern. Als bei weitem teurere Alternativen nennt Ragge den Google Hotelfinder und roomkey.com, eine Meta-Suchmaschine der sechs größten US-Hotelketten. Der Deutsche glaubt, dass schon 2014 mehr Zimmerbuchungen über das Handy erfolgen als über den PC.

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