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Schlagwort-Archive: Buchungskommission

November 2012 – Die Kommissionen für die Vermittlung von Übernachtungen über Buchungsplattformen haben längst schwindelerregende Höhen erreicht. Bis zu 30 Prozent werden mittlerweile von den Vermittlern verlangt, manchmal sogar noch mehr. Hotelverbände und Hoteliers fordern deshalb seit der bis dato letzten Provisionserhöhung im März 2012 eine faire Plattform mit angemessenen Konditionen. Die Buchungsplattform Net Hotels hat sich daher nun entschlossen, der Hotellerie, den Tourismusverbänden und den Endkunden, die auf Fairness pochen, eine derartige Plattform zur Verfügung zu stellen, nämlich www.fairnesstravel.com.

fairnesstravel.com: Nur 10% Provision
fairnesstravel.com: Nur 10% Provision

Die Bedingungen zur Teilnahma an fairnesstravel.com lauten: Gratis-Mitgliedschaft für Hotels und Tourismusverbände, garantierte zehn Prozent Kommission einheitlich für alle, Commission-Sharing und Kooperation mit Tourismusverbänden.

„Freilich können für Reisebüroleistungen oder für Mehrleistungen im Falle von Tourismusverbänden auch höhere Kommissionen in Ordnung sein. Für den reinen Online-Vertrieb hält Net Hotels 10 Prozent allerdings für angemessen. Deshalb gelten die 10 Prozent bereits seit der Gründung von NetHotels im Jahr 1995, und nun werden diese Konditionen nun auch weiterhin garantiert“, so Isabella Mader, Vorstand von Net Hotels. Für Tourismusverbände entsteht mit http://www.fairnesstravel.com eine zusätzliche Vertriebsplattform ohne Mehraufwand. Jene derzeit 100 Tourismusverbände, die bereits mit Net Hotels zusammenarbeiten, können auf Wunsch ihre Kontingente auch für diese Plattform freischalten. Damit entsteht kurzfristig eine überregionale Aggregation von Kontingenten. Die Konditionen sind auch hier fair: Über die neue faire Plattform abgewickelte Buchungen werden verrechnungstechnisch so behandelt, als wären sie direkt beim Tourismusverband eingelaufen: das heißt, sieben Prozent der Kommission werden an den Verband abgegeben. Verbände erzielen so ohne Mehraufwand zusätzliche Einnahmen und erreichen mehr Kunden. Verbände, die sich dafür interessieren, am System von http://www.fairnesstravel.com teilzunehmen, können dies als Net Hotels-Software-Lizenzpartner tun oder als Affiliate-Partner ohne Softwarelizenz. Affiliates erhalten die Online-Buchbarkeit sowohl für ihre Webseite als auch auf http://www.fairnesstravel.com und drei Prozent des Buchungsvolumens. Hierfür werden keine Einstiegskosten verrechnet.

„Wir glauben, dass Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe und mit fairen Bedingungen langfristig die besseren sind. Angemessene Konditionen und Partnerschaft sind unsere Werte. Wir sind der Überzeugung, dass gerade heute Fairness auch für buchende Kunden ein Thema werden sollte. Dazu werden wir auch eine Aufklärungskampagne für Kunden starten, und aufzeigen, worüber man sich bei der Hotelbuchung auch noch Gedanken machen kann. Ist es angemessen, dass von den 90 Euro, die ich dem Hotelier zahle, 30 Euro an die Plattform gehen, auf der ich gebucht habe? Online- Plattformen sind praktisch für Kunden und Beherbergungsbetriebe. Das darf also schon etwas kosten. Wir sagen aber: 10 Prozent sind genug. Wir können auch rechnen“, so Frau Mader. Fairnesstravel.com ist in der Beta-Version bereits seit Mitte Oktober im Testbetrieb online, erste Destinationen sind bereits buchbar.

März 2012 – Die Aufregung um die Provisionserhöhungen bei hrs.de, hotel.de und tiscover.com haben sich gelegt. Die Zahl der Protestschreiben im Onlineforum ist merklich zurück gegangen. Doch der Vertrieb über Hotelbuchungsportale wird nicht günstiger. Bei booking.com werden zeitweise bis zu 50 Prozent an Buchungskommssion gezahlt, berichtet Ausnahme-Hotelier Marco Nussbaum (Prizeotels).

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15 Prozent Provision bei Hotelbuchungsportalen gelten als Marktdurchschnitt. Dass es weitaus teurer kommen kann, ist bekannt, aber nicht immer in den Köpfen der Hoteliers präsent. Bei booking.com, das als eines der teuersten Buchungsportale gilt, gilt eine Basiskomission, die je Stadt/Destination unterschiedlich ist. Hinzu käme eine weitere Kommissionsstufe, damit man in der Auflistung weiter oben platziert wird, so Nussbaum. „Darüber hinaus kann jedes Hotel noch seine einzelne Position verbessern, in dem es die Kommissionen erhöht. In einigen Städten ist das zum Teil an manchen Tagen so ‚krass’, dass die Hotels dann bis zu 50 Prozent Kommissionen bezahlen“, berichtet der renommierte Hotelier.

Eines der günstigsten Buchungsportale derzeit ist ehotel.de – hier werde je Hotelbuchung zehn Prozent (plus Mehrwertsteuer) fällig. Bei hotels.com (Expedia) gelten ebenso wie in der HRS-Gruppe 15 Prozent – „inklusive Allem, keine weitere Kosten, keine Listungsgebuehren, keine Marketing-Kickbacks, keine Handling Fees, keine Systemgebuehren“, so Expedia-Manager Arne Erichsen.

Günstiger sind dagegen Listungsportale wie hotelkatalog-online.de. Provisionen fallen hier keine an, dagegen eine Jahresgebühr von 200 Euro.

Der neue Hoffnungsträger im Hotelmarketing, Google Hotelfinder, rechnet dagegen klick-bezogen ab. Fällig je Klick eine Provision von 0,2 Prozent von der angefragten Summe (Hotelrate mal Anzahl angefragter Hotelübernachtungen). Daher sollte man diese Kosten als Marketingbudget einplanen – und nicht als Vertriebskosten.

29. Februar 2012 – Nun wird es ernst: Morgen, am 01. März 2012, treten die neuen AGB des marktführenden Hotel-Buchungsportals hrs.de sowie bei den Tochterfirmen hotel.de und tiscover.com in Kraft. Die Buchungskommissionen werden auf 15 Prozent erhöht. Die Bestpreis-Klausel bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt, da diese vom Bundeskartellamt abgemahnt wurde und zudem eine Einstweilige Verfügung gilt.

Ich pfeif auf teure Buchungsportale

Bei hrs.de will man daher mit der geforderten Ratenparität nicht so streng nehmen. „Wir machen unsere Hotelpartner natürlich darauf aufmerksam, wenn die Ratenparität bei den verschiedenen Vertriebskanälen nicht gegeben ist, verzichten aber bereits seit Anfang Februar freiwillig auf Sanktionen bei Verstoß gegen die ‚Bestpreis-Klausel‘, solange es keine endgültige Klärung durch das Bundeskartellamt gibt“, so eine Unternehmenssprecherin.

Den Hotelpartnern von hrs.de, hotel.de und tiscover.com steht mit den neuen AGB nicht nur eine Erhöhung der Buchungsprovision auf 15 Prozent, sondern auch eine weiter gehende Abgabe der Marktmacht ins Haus. So verpflichten sich die Hotels auf eine „Einstellung der standardmäßigen Rate (z.B. HRS-Rate) für mindestens zwölf Monate im Voraus“. Ein neu bei hrs.de aufgenommenes Hotel könne seine Raten und Verfügbarkeiten jederzeit aktualisieren, heißt es dazu aus der Firmenzentrale in Köln. Der Hotelier habe die Preishoheit, bleibe unabhängig und flexibel. Die Hotelpartner bestimmten alleine, wie viele Zimmer zu welchem Preis über hrs.de angeboten würden. Der Tagespreis bei hrs.de könne jederzeit der aktuellen Belegungssituation und dem Marktumfeld angepasst werden.

Meistbegünstigungs-Klausel bleibt bestehen
Zwar wird nun die Ratenparität, die laut den neuen AGB „auf andere Buchungs- und Reiseplattformen im Internet und die eigenen Vertriebskanäle“ erstreckt und damit auch für den Walk-In-Verkauf zählen würde, ausgesetzt. Doch die sog. Meistbegünstigungs-Klausel bleibt bestehen: Hrs.de dürfe „in Bezug auf die Verfügbarkeit nicht schlechter behandelt“ werden als als andere Vertriebskanäle, heißt es in den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Auf anderen Vertriebskanälen noch verfügbare Zimmer müssten immer auch bei hrs.de verfügbar gemacht werden, heißt es.

Provisionserhöhung laut AGB von hrs.de (gültig ab 1. März 2012)
„HRS erhält als Vergütung für jede realisierte Buchung eine Kommission in Höhe von:
15% auf Einzelreservierungen
13% auf Gruppenreservierungen
10% auf Veranstaltungsreservierungen
3 % für Buchungen über ggf. zur Verfügung gestellte „widgets“
sowie etwaige gesondert vereinbarte Aufschläge (etwa für „Top Rankings“)“

Mehr zu den neuen AGB bei hrs.de, hotel.de und tiscover.com lesen Sie hier:
http://www.tophotel.de/index.php?4f1d9776811fa|1

Adhoc-Umfrage: HRS und hotel.de mit neuen AGB und höheren Provision
Bitte nehmen Sie teil! (Dauer: 1 Minute):
https://www.surveymonkey.com/s/CP6GNQK

Die Ergebnisse werden in der Onlineausgabe von Top hotel (www.tophotel.de) veröffentlicht.