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August 2013 – HRS zieht die Daumenschrauben bei den Hotelpartnern an: Wer das Siegel „Top Quality Hotel“ in Zukunft haben möchte, muss sich ausgerechnet der nachwievor vom Bundeskartellamt beanstandeten Bestpreis-Klausel des Hotelbuchungsunternehmens unterwerfen.

Top Quality Hotel

Weitere Kiterien sind: Ein Hotel muss mindestens 6,5 von 10 Punkten in der Kundenbewertung erhalten und von mindestens 90 Prozent seiner Gäste weiterempfohlen worden sein. Darüber hinaus müssen „Top Quality Hotels“ den Gästen eine flexible Buchung ermöglichen und Stornierungen bis 18 Uhr kostenfrei akzeptieren. Außerdem muss das Hotel zwei Gratisleistungen anbieten. Zur Wahl stehen WLAN, eine Tageszeitung, Parkplatz am Hotel, Zimmer-Upgrade, später Check-out, persönlicher Shuttle-Service, Wellness- oder Restaurant-Gutschein, Auffüllen der Minibar, Obstkorb und Pay-TV.

Mehr als 3.500 Hotels führen bereits das Qualitätssiegel, teilte HRS mit. „Mit dem Siegel ‚Top Quality Hotel‘ stellen wir besonders kundenorientierte Hotels prominenter in den Suchergebnissen dar. Dadurch erhöhen sich ihre Buchungschancen. Top Quality Hotels werden deutlich häufiger geklickt als Häuser ohne diese Auszeichnung“, sagte Tobias Ragge, Geschäftsführer von HRS.

Eines der ersten Hotels, die mit dem HRS-Qualitätssiegel ausgestattet wurden, war das Hotel Savoy Köln. Das Haus gehört der HRS-Gründerfamilie Ragge und steht bei allen Hotelsuchen in Köln stets an erster Stelle.

Hotel Zarenhof Berlin mit HRS-Qualitätssiegel ausgestattet

Neuester Träger des HRS-Siegels ist das Hotel Zarenhof in Berlin-Friedrichshain. Das Haus mit russischem Ambiente nahe der belebten Simon-Dach-Straße hatte sich schon kurz nach der Hoteleröffnung für das Siegel beworben. Um alle vier Kriterien zu erfüllen, nahm Hoteldirektor Martin Stamm extra eine weitere Gratisleistung hinzu: HRS-Gäste bekommen nun neben kostenlosem WLAN und der Tageszeitung ein Zimmer-Upgrade.

„Das Siegel gibt uns die Möglichkeit, uns von anderen Häusern in Friedrichshain abzuheben“, sagte Stamm. In seinem Berliner Bezirk gibt es nur wenige andere Häuser, die mit der Auszeichnung werben dürfen. Während große Ketten allein mit ihrem Namen am Markt präsent seien, müssten kleinere Häuser wie der Zarenhof mit seinen 48 Zimmern nach Ansicht von Martin Stamm auf andere Möglichkeiten zurückgreifen. „Die Zufriedenheit und positive Resonanz anderer Hotelgäste spielt bei der Entscheidungsfindung potentieller Bucher eine maßgebliche Rolle. Deshalb spielen gute Kundenbewertungen und eine hohe Weiterempfehlungsrate eine große Rolle bei der Vergabe des Siegels“, betonte Heike Antonelli Hotel Sales Managerin von HRS.

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August 2013 – JustBook.com wittert Morgenluft: Nach der erneuten Abmahnung von hrs.de durch das Bundeskartellamt bietet das Berliner Last-Minute-Hotelbuchungsportal nun mit Moskau die 100. Stadt an. Die vom Bundeskartellamt nachwievor beanstandete Bestpreisklauses von HRS hatte es Hoteliers erschwert, mit Anbietern wie justbook.com zusammenzuarbeiten. Bereits im vergangen Jahr hatte justbook.com wegen dieser Praxis gegen hrs.de eine einstweilige Verfügung durchgesetzt.

Justbook.com

Justbook.com startete als Start-up mit Last-Minute-Hotelangeboten in Berlin, bietet aber nun auch Preisbrecher-Offerten in europäischen Städten wie Poto, Florenz, Marseille oder nun Moskau. Insgesamt seien nun rund 3.000 Hotels über justbook.com oder die gleichnamige App buchbar, wurde mitgeteilt.

„Unsere Kunden wollen bei der Reiseplanung flexibel bleiben, Hotels kennen lernen und dabei von attraktiven Preisen profitieren. Mit dem erweiterten Angebot ist justbook.com eine echte Alternative für Smart-Traveller. Die wiederholte Bestätigung vom Kartellamt erlaubt uns weiteres Wachstum“, sagte Gründer Stefan Menden.

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Mai 2013 – Das riecht nach Ärger: Das Buchungsportal hipaway.com beansprucht nun die Bestpreise seiner Hotelpartner für sich. Das Neue Werbeversprechen alutet „Garantiert gpnstiger als HRS & Co.“ Dabei pocht gerade die HRS-Gruppe trotz laufenden Kartellamtsverfahrens weiterhin auch Ratenparität bei seinen Hotels.

hipaway.com - Anspruch auf Bestpreise unterläuft Ratenparität
hipaway.com – Anspruch auf Bestpreise unterläuft Ratenparität

Bei hipaway.com will man dagegen keinen aufkommenden Ärger erkennen. Die günstigeren Übernachtungspreise würde ja nicht offen angeboten, so ein Sprecher auf Anfrage. Da man bei hipaway.com erst nach erfolgter Buchung den Hotelnamen genannt bekomme, nutze man hier ein Schlupflock in der weitestgehend praktizierten Ratenparität.

„Unsere Vorteilspreise sind weitaus mehr als ein reines Lippenbekenntnis“, kommentiert Adrian Graf, einer der Gründer und Geschäftsführer von Hipaway. „Wir garantieren unseren Kunden, dass sich unsere Raten nirgendwo unterbieten lassen. Mit unserer Bestpreis-Garantie unterstreichen wir dieses Versprechen.“

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29. Februar 2012 – Nun wird es ernst: Morgen, am 01. März 2012, treten die neuen AGB des marktführenden Hotel-Buchungsportals hrs.de sowie bei den Tochterfirmen hotel.de und tiscover.com in Kraft. Die Buchungskommissionen werden auf 15 Prozent erhöht. Die Bestpreis-Klausel bleibt bis auf Weiteres ausgesetzt, da diese vom Bundeskartellamt abgemahnt wurde und zudem eine Einstweilige Verfügung gilt.

Ich pfeif auf teure Buchungsportale

Bei hrs.de will man daher mit der geforderten Ratenparität nicht so streng nehmen. „Wir machen unsere Hotelpartner natürlich darauf aufmerksam, wenn die Ratenparität bei den verschiedenen Vertriebskanälen nicht gegeben ist, verzichten aber bereits seit Anfang Februar freiwillig auf Sanktionen bei Verstoß gegen die ‚Bestpreis-Klausel‘, solange es keine endgültige Klärung durch das Bundeskartellamt gibt“, so eine Unternehmenssprecherin.

Den Hotelpartnern von hrs.de, hotel.de und tiscover.com steht mit den neuen AGB nicht nur eine Erhöhung der Buchungsprovision auf 15 Prozent, sondern auch eine weiter gehende Abgabe der Marktmacht ins Haus. So verpflichten sich die Hotels auf eine „Einstellung der standardmäßigen Rate (z.B. HRS-Rate) für mindestens zwölf Monate im Voraus“. Ein neu bei hrs.de aufgenommenes Hotel könne seine Raten und Verfügbarkeiten jederzeit aktualisieren, heißt es dazu aus der Firmenzentrale in Köln. Der Hotelier habe die Preishoheit, bleibe unabhängig und flexibel. Die Hotelpartner bestimmten alleine, wie viele Zimmer zu welchem Preis über hrs.de angeboten würden. Der Tagespreis bei hrs.de könne jederzeit der aktuellen Belegungssituation und dem Marktumfeld angepasst werden.

Meistbegünstigungs-Klausel bleibt bestehen
Zwar wird nun die Ratenparität, die laut den neuen AGB „auf andere Buchungs- und Reiseplattformen im Internet und die eigenen Vertriebskanäle“ erstreckt und damit auch für den Walk-In-Verkauf zählen würde, ausgesetzt. Doch die sog. Meistbegünstigungs-Klausel bleibt bestehen: Hrs.de dürfe „in Bezug auf die Verfügbarkeit nicht schlechter behandelt“ werden als als andere Vertriebskanäle, heißt es in den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Auf anderen Vertriebskanälen noch verfügbare Zimmer müssten immer auch bei hrs.de verfügbar gemacht werden, heißt es.

Provisionserhöhung laut AGB von hrs.de (gültig ab 1. März 2012)
„HRS erhält als Vergütung für jede realisierte Buchung eine Kommission in Höhe von:
15% auf Einzelreservierungen
13% auf Gruppenreservierungen
10% auf Veranstaltungsreservierungen
3 % für Buchungen über ggf. zur Verfügung gestellte „widgets“
sowie etwaige gesondert vereinbarte Aufschläge (etwa für „Top Rankings“)“

Mehr zu den neuen AGB bei hrs.de, hotel.de und tiscover.com lesen Sie hier:
http://www.tophotel.de/index.php?4f1d9776811fa|1

Adhoc-Umfrage: HRS und hotel.de mit neuen AGB und höheren Provision
Bitte nehmen Sie teil! (Dauer: 1 Minute):
https://www.surveymonkey.com/s/CP6GNQK

Die Ergebnisse werden in der Onlineausgabe von Top hotel (www.tophotel.de) veröffentlicht.

Februar 2012 – Das Bundeskartellamt mahnt HRS wegen der Bestpreis-Klausel in den AGB ab – noch vor der Erweiterung dieser Bestimmung zum 1. März. Nun laufen Gespräche im Hintergrund. Das Ergebnis ist noch offen – aber fest steht, daß „diese Klauseln eine Gefahr für den Wettbewerb“ darstellen, so das Kartellamt. Veränderung tut not – bei HRS und unter den Hoteliers, die erst jetzt – die Bestpreis-Klausel gibt es bereits seit 2006 – sich lautstark beschweren.