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Spending some down time on the newsfeedDezember 2016 – Hotelbuchungen über Tablets oder Smartphones sind weiter auf dem Vormarsch. Rund jede dritte Buchung wurde im Jahr 2016 über ein mobiles Endgerät getätigt. Dies geht aus einer Analyse des Hotelportals HRS hervor. Dabei liegen die Buchungen von Freizeitreisen noch deutlich vor denen von Businessreisen: Privatreisende buchen etwa dreimal so oft mobil wie Geschäftsreisende.

Ganz klar – der Freizeitreisende ist während der Auswahl seiner Unterkunft gerne flexibel. Egal ob gemütlich auf dem Sofa oder unterwegs in der Bahn, nutzt er dafür immer häufiger sein Tablet oder Smartphone. Doch auch Geschäftsreisende recherchieren vielfach über ein mobiles Endgerät, nehmen die eigentliche Buchung dann aber über einen stationären Computer vor.

Laut einer gemeinsamen Studie von Google, Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) und TNS Infratest informiert sich insgesamt mehr als die Hälfte aller Reisenden über ihren nächsten Hotelaufenthalt auf einem mobilen Endgerät. Bei Freizeitreisenden beträgt dieser Anteil 48, bei Geschäftsreisenden sogar schon 62 Prozent – die dann jedoch vor der Buchung häufig das Endgerät wechseln. Oftmals hängt dies mit den Richtlinien des Unternehmens zusammen: Viele Firmen geben ihren Mitarbeitern vor, dass Dienstreisen über den firmeneigenen Account gebucht werden müssen.

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Juli 2014 – Knapp 15 Prozent der Hotelübernachtungen in Köln wurden über ein Smartphone oder Tablet gebucht. Damit führt die Domstadt die Liste der Top-Destinationen in Deutschland an, gefolgt von Dresden, Bremen und Leipzig. Dies geht aus einer Analyse von hrs.de hervor. Auch in den anderen Städten nimmt der Anteil kontinuierlich zu. Bei hrs.de schätzt man, dass bis 2017 jede zweite Buchung mobil erfolgen wird und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die mobilen Buchungen die stationär getätigten Buchungen überholen.

HRS Studie mobile Hotelbuchungen - Juli 2014

Möglich wird dies durch immer besser ausgebaute Mobilfunknetze; inzwischen erreichen die deutschen Telekommunikationskonzerne knapp 75 Prozent der Bundesbürger mit dem schnellen LTE-Funk. Hinzu kommen leistungsfähige und intelligente Apps, die dank zusätzlicher Services ein komfortables Buchungserlebnis von unterwegs garantieren – auch über die reine Hotelauswahl hinaus. Durch GPS-Empfänger kann der Gast schnell Hotels in seiner direkten Umgebung finden, ohne Eingabe des Standortes. Mit Hilfe der dynamischen Kartenansicht ist auch der Weg in das ausgewählte Hotel leicht zu finden. Die Check-in und Check-out Daten lassen sich auf Wunsch im Kalender speichern.

So auch bei den mobilen Apps von hrs.de. Diese erzielten bereits 15 Millionen Downloads und werden vor allem für spontane Buchungen bevorzugt. „Heute führt für die Hotellerie kein Weg mehr daran vorbei, mobil präsent zu sein“, sagt Björn Krämer, Mobile-Experte von hrs.de. „Wichtig dabei ist, dass man diesen Kanal auch in seiner Preisstrategie berücksichtigt.“ Um Kurzentschlossene und Business-Reisende besser zu erreichen und Restkapazitäten zu vermarkten, können Hotelpartner von hrs.de den Mobile Special Rabatt nutzen. Dieser Nachlass ab zehn Prozent wird ausschließlich über die Apps angeboten und in der mobilen Hotelliste mit einem markanten Label hervorgehoben.

Juni 2014 – PowerYourRoom verkündet die neu entwickelte Schnittstelle zwischen dem Preisempfehlungsprogramm PriceYourRoom und dem Channel Manager des Unternehmens HotelNetSolutions, einer der führenden Anbieter auf dem deutschen Markt. Kunden von PowerYourRoom wird es durch diesen Zusammenschluss ermöglicht, direkt und automatisch die täglichen Ratenempfehlungen von PriceYourRoom an den Channel Manager von HotelNetSolutions zu senden. Somit werden die Raten unmittelbar, nachdem sie das Hotel verifiziert hat, an die angeschlossenen Buchungsmaschinen weitergeleitet.

Ellen Hürst

Ellen Hürst, Gründerin von PowerYourRoom

Die Effizienz der Hotels wird durch diese automatisierte Schnittstelle enorm gesteigert. Das Yield Management wird optimiert, da die Raten sofort aktualisiert und verteilt werden und Fehler, die durch manuelle Pflege der Systeme entstehen könnten, entfallen.

Pardis Tehrani, Geschäftsführer des Unternehmens HotelNetSolutions: “Durch die Schnittstelle beider Systeme haben wir einen unmittelbaren Mehrwert für unsere Kunden, die den Ratenempfehlungen von PriceYourRoom vertrauen und an einem effizienten Ratenmanagement interessiert sind, geschaffen.”

Ellen Hürst, Mitbegründerin der PowerYourRoom Ltd.: “Wir freuen uns sehr über unsere Partnerschaft mit der Firma HotelNetSolutions, von der unsere gemeinsamen Kunden maßgeblich profitieren, da die Verteilung der Raten von einer Plattform aus möglich ist und die Ratenfindung und –verteilung dadurch sehr verbessert wird. Wir freuen uns sehr auf eine gute Zusammenarbeit.“

Zurückblickend auf  gemeinsam über 60 Jahre Berufserfahrung in der Hotellerie und im Vertrieb von Software, haben Ellen Hürst, Klimis Messios und Idan Velleman im Jahr 2011 PowerYourRoom gegründet.  PowerYourRoom hat derzeit Kunden in 13 europäischen Ländern und bietet zwei Lösungen zur optimalen Preisfindung und damit der Steigerung des Umsatzes und der Marktanteile der Hotels an – PriceYourRoom und CompareYourRoom. Beide Produkte helfen den Hotels dabei, die Belegung und die Durchschnittsrate zu steigern und damit die Gewinne zu optimieren.

Mai 2014 – Accor setzt stark auf Direktvertrieb: Neue mobile Webseiten und Gratis-Apps sollen das Suchen und Buchen von Hotelzimmern einfacher machen. Bei Novotel wird ein virtueller Concierge eingeführt. Zudem bewirbt Accor im deutschsprachigen Raum in einer mit mehreren Millionen Euro budgetstarken Imagekampagne in Print-, Online- und Videoanzeigen die Ibis-Familie (Ibis, Ibis budget und Ibis Styles), die Marke Mercure und die Upscale Marke Pullman.

Die im vergangenen Jahr erfolgreich gestarteten Imagekampagnen für Mercure und die Ibis Hotels gehen nun in die Verlängerung. Online-Videos transportieren die Kernbotschaften der Marken. Die Kampagnenmotive der Ibis-Familie sind zusätzlich online auf Webseiten-Bannern zu finden.

Die Mercure-Kampagne hat das Ziel, die Markenbekanntheit zu erhöhen und diese in der Wahrnehmung als Marke der gehobenen Mittelklasse zu repositionieren. Der Kampagnenzeitraum erstreckt sich vom 19. Mai bis 3. August 2014; sowohl in Printpublikationen als auch online. Die Ibis-Kampagne startete in den Online-Medien am 16. April dieses Jahres und läuft bis zum 15. Juni 2014. In Printmedien wie der „Bild am Sonntag“, der „Wirtschaftswoche“, „Gala“, „Sport Bild“ und „Bild der Frau“ fiel der Startschuss am 27. April. Die Print-Kampagne endet am 3. August. Sie soll die Sichtbarkeit der Ibis Hotels erhöhen und gleichermaßen die drei Marken voneinander abgrenzen und positionieren. Die Upscale-Marke Pullman konzentriert ihre Kommunikation auf Geschäftsreisende mit einer Flughafen-Kampagne in Paris, London und Frankfurt.

Ein immer größerer Teil der online getätigten Buchungen erfolgt über Smartphones und Tablets. Der Umsatz über diesen Kanal hat sich in gerade einmal vier Jahren um das 20fache erhöht. 2012 erreichten die mobilen Apps und Internetseiten von Accor alleine über zwölf Millionen Besucher. 2013 waren es bereits 17 Millionen. Um seinen Gästen die Hotelsuche und -buchung von unterwegs so einfach wie möglich zu gestalten, hat der Hotelkonzern weitere Buchungs-Apps für die Marken auf den Markt gebracht.

Ab sofort stehen neben der markenübergreifenden Accor-App und der Applikation für die Marke Ibis auch Smartphone-Anwendungen für Mercure, MGallery und Novotel zur Verfügung. Mit wenigen Fingerzeigen kann der Gast über die Applikation Hotels seiner Wunschmarke suchen, umfassende Informationen der Häuser abrufen und buchen. Dank des Zugriffs auf die Buchungshistorie bleiben die aktuellen, vergangenen oder stornierten Reservierungen stets im Blick. Bei Fragen kann der User zudem per Anruf oder E-Mail mit dem Hotel Kontakt aufnehmen. Und schließlich lotst das mobile Gerät den Gast über eine Verknüpfung der App mit einem Kartendienst ohne Umwege sicher zu seinem Übernachtungsdomizil.

Als Alternative zu den Apps hat Accor neue nutzerfreundliche mobile Internetseiten von Mercure.com, Novotel.com und SuiteNovotel.com sowie MGallery.com entwickelt. Sie ermög-lichen neben dem einfachen und bequemen Reservieren per Smartphone den Zugang zum persönlichen Benutzerkonto und geben einen Überblick über bisherige Buchungen. Die mobile Internetseite von Pullmanhotels.com wurde 2014 ebenfalls neu gestaltet.

Den Aufenthalt und das Hotelerlebnis noch schöner zu gestalten – das ist das Ziel, das Novotel mit dem neuen Virtual Concierge verfolgt. Diese neue Einrichtung in den Lobbys der Hotels oder mobil als App zum Downloaden bietet eine Reihe an Funktionen, die den Gästen helfen, die Vorzüge des Hotels zu entdecken, im Hotel und der Umgebung zu navigieren und hält Tipps für Restaurants, Attraktionen, Live-Flug- und Wetterinformationen bereit.

November 2013 – So sieht die Zukunft der New Generation Hotels – zumindest teilweise – aus: Die Analyse von Gästebewertungen fließt in die Preisgestaltung ein. IDeaS stellte nun erstmals ein Tool zum sog. Reputationsmanagement-Pricing, das zusammen mit Brand Karma und Review Pro entwickelt wurde, vor. Die Reputationsmanagement-Pricing-Funktion wird in die „Revenue Management System“-Preisanalyse von IDeaS einbezogen und befindet sich derzeit im Beta-Stadium und wird voraussichtlich ab Mitte 2014 allgemein verfügbar sein.

Hotel Bewertungen - Reputation

Das neue Pricing-System soll Hotels heöfen, bessere Preisentscheidungen zu treffen, in dem Meinungen und Stimmungen aus Social-Media-Netzwerken werden. „Die meisten Hoteliers verstehen, dass Social-Media-Bewertungen ihre Fähigkeit zur Kundengewinnung und -bindung beeinflussen, aber sie haben keine passenden Programme, um zu berechnen, wie sich diese auf die Preisgestaltung auswirken”, sagte Sanjay Nagalia, Chief Operating Officer und Mitgründer von IDeaS Revenue Solutions. „Dies ist die branchenweit erste integrierte Lösung, die in Zusammenhang stellt, wie ein Hotel online wahrgenommen und bewertet wird und inwieweit dies die Preisgestaltung beeinflussen sollte.”

Das Reputationsmanagement-Pricing ist eine zusätzliche Funktion innerhalb des Best Available Rate-Moduls für das IDeaS-System. „Die Funktion wird bestehenden und künftigen Kunden einen schnellen und automatisierten Weg bieten, um ihre Online-Reputation sowie die von Wettbewerbern in Bezug auf das jeweilige Preiswettbewerbsumfeld zu bewerten, um Zimmerpreise effektiver zu bestimmen und Umsatzwachsum zu fördern“, heßt es in einer Pressemitteilung.

„Da die Bedeutung von Online-Reputation weiter zunimmt, suchen immer mehr Hotels nach Wegen, um die Kapitalrentabilität eines ausgezeichneten Rufs zu ermitteln”, sagte Morris Sim, CEO und Mitbegründer von Brand Karma. „Wir freuen uns über die Enwicklung eines Programms, das die Online-Reputation eines Hotels automatisch bewertet, so dass Hoteliers diese Informationen nutzen können, um ihre Preise wettbewerbsfähiger zu gestalten.”

Neben einer Best-Available-Rate-Preisanalyse, die auf Informationen von Ankunftsdatum, Aufenthaltsdauer und Konkurrenzpreisen basiert, ermöglicht das Reputationsmanagement-Pricing-Programm von IDeaA, Daten von Hunderten von Online-Reisebüros, Bewertungs- und Social-Media-Plattformen – u.a. tripadvisor.com, expedia.com und booking.com – einzukalkulieren.

„Die Hotellerie hat einen Anstieg in der Einbeziehung von sozialen Analysen in Revenue-Management-Entscheidungen verzeichnet, da die Bedeutung von Online-Bewertungen für Hoteliers weiter zunimmt. Unsere Zusammenarbeit mit IDeaS folgt auf eine bahnbrechende Studie der Cornell Universität, die belegt, dass Hotels ihr Finanzergebnis effektiv durch die Verbesserung ihrer Online-Kundenzufriedenheit steigern können“, sagte RJ Friedlander, CEO von Review Pro. Laut den Studienergebnissen kann ein Ein-Punkt-Anstieg von Review Pros 100-Punkte-Online-Reputations-Bewertung, dem Global Review Index, zu einem Anstieg von bis zu 0,89 Prozent im Preis führen sowie zu einem Anstieg von 0,54 Prozent der Belegung und einem Wachstum von 1,42 Prozent des Revpar.

November 2013 – Hotelzimmer reservieren und gleich bezahlen: So soll man es künftig bei Accor machen. Bei accorhotels.com wurde nun dazu das Direktüberweisungsverfahren „Sofort Überweisung“ integriert. Um ein Zimmer in einem der 200 Accor Hotels in Deutschland zu buchen, muss man also nicht mehr per Kreditkarte bezahlen.

accorhotels.com

Erklärtes Ziel von Accor ist es, den Direktvertriebskanal accorhotels.com weiter auszubauen. Da viele Kunden davor zurückscheuen, ihre Kreditkarte für Onlinebuchungen zu verwenden, können auf accorhotels.com viele Angebote auch ohne Kreditkarte bequem und direkt gebucht werden. „Sofort Überweisung ist neben der Kreditkarte die optimale Ergänzung unseres Bezahlportfolios“, so Michael Mücke, Chef bei Accor Hospitality Germany. „Die Echtzeitbestätigung des Zahlungseingangs bringt den Hoteliers Sicherheit in den Geldflüssen und für die Planung der Auslastung der Zimmer. Für unsere Kunden bietet die Bezahllösung noch mehr Komfort bei der Onlinebuchung auf accorhotels.com. Zur Garantie für den besten Preis im Internet kommt die Sicherheit beim Bezahlen hinzu“

Der Kunde wählt das gewünschte Hotel auf accorhotels.com und gibt bei der Onlinebuchung einfach „Sofort Überweisung“ als Zahlungsweg an. Auf dem verschlüsselten Zahlungsformular gibt er dann seine Bankverbindung und die Zugangsdaten ein und bestätigt abschließend mit einer TAN. Die Überweisung wird dann wie gewohnt von der Bank bearbeitet. Nach Abschluss der Buchung erhält das gebuchte Hotel eine Echtzeitbestätigung und profitiert damit vom schnellen Zahlungseingang. Für die Bezahlung mit der „Sofort Überweisung“ ist keine Registrierung notwendig – ein onlinefähiges Bankkonto genügt. Die Bezahl-Transaktion funktioniert wie eine automatisierte, sekundenschnelle Vorkasse via Überweisung, bei der keine Zusatzgebühren anfallen.

Von Andreas Stefanis

(Potsdam, 29. Oktober 2013) Die Diskussionen und Aktionen der vergangenen Wochen im Hinblick auf die weitere Abhängigkeit der Hoteliers von den Online Portalen zeigen die Ratlosigkeit vieler Hoteliers angesichts hoher Provisionen und Ratenparitäten. Dabei hat man sich selbst in diese Krisensituation rein manövriert. Als man vor einigen Jahren plötzlich ohne großen Aufwand Buchungen über Online-Portale bekam – ohne eigene Vertriebsmitarbeiter einzusetzen, da war das eine sehr bequeme Sache. Eine schöne Möglichkeit, Personal- und Werbebudgets zu reduzieren – und dabei trotzdem weltweit buchbar zu sein. Nur mit einem einfach Internet-Anschluss. Also haben die Hotels Online-Vermarktung und Online-Vertrieb den Portalen überlassen – und damit essentielle Kernkompetenzen des Online-Vertriebs einfach abgegeben. Erfolgsprovisionen zwischen 8 und 23 Prozentpunkten waren allemal günstiger als die eigenen Personal- und Werbekosten – oder in den eigenen technologischen Fortschritt zu investieren. Im Ergebnis entscheiden die Hotels heute unter dem enormen Kosten- und Wettbewerbsdruck vor allem über den Preis und fühlen sich zunehmend fremdgesteuert von den Portalen. Den Portalen wiederum ist es nicht gelungen, die Hotels von den Vorteilen der Partnerschaft zu überzeugen und sie im Entwicklungsprozess wirklich mitzunehmen. Mit Paritätsforderungen setzen sie den Hotels unter Druck und versuchen damit den Wettbewerb in den eigenen Reihen auszuhebeln. Damit ist die Hassliebe zwischen Hotellerie und den Portalen eindeutig ein hausgemachtes Problem. Hier ist Umdenken und Handlungsbedarf gefordert. Es ist Zeit, die richtige Balance zu finden.

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Denn ist es wirklich eine Abhängigkeit? Kein Portal zwingt Hoteliers dazu, seine Vertriebsleistungen in Anspruch zu nehmen. Was viele Hoteliers vergessen: Online-Portale haben viel getan für die Branche. Sie haben neue Märkte eröffnet und sie geben ein enormes Budget für Entwicklung, Personal und professionelles Marketing aus. Geld, von dem vor allem klein- und mittelständige Hotels nur träumen können.

Die Hoteliers investierten in der Vergangenheit dagegen vor allem in neue Websites, vielleicht schon mit einer vernünftigen Suchmaschinenoptimierung oder steckten doch lieber richtig viel Geld in teure Google Adwords Werbung. Die nächste Herausforderung waren die Hotelbewertungsportale, die zunächst viel Argwohn auslösten. Heute sind es die Channel-Management-Technologien, die für viele Hoteliers ein Buch mit sieben Siegeln darstellen. Vor allem für klein- und mittelständische Hotels, aber selbst Hotelketten mit eigenen Reservierungs- und IT-Abteilungen wissen nicht, wie sie in diesem hochkomplexen Technologiemarkt den Überblick behalten sollen.

Die heutige Provisionsdiskussion würde es in diesem Ausmaß sicherlich nicht geben, wenn die Hotelbranche Themen wie Online-Vertrieb, Systemtechnologien, Preiselastizität, Yield- und Revenuemanagement und Personal rechtzeitig mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Nicht nur die internationalen Hotelketten, wohlgemerkt. Anstelle sich von den Portalen überrumpelt zu fühlen, sollte man im eigenen Hause nach Aufklärung suchen bzw.  sich externe Hilfe suchen. Denn Kundengewinnung und (Online-)Vertrieb stellen heute andere Ansprüche an Systeme und Vertriebspersonal, als dies noch vor 5 Jahren der Fall war. Es gibt durchaus Technologien und Tools, mit denen Hotels zumindest einen Teil des direkten Online-Vertriebes zurückgewinnen können. Aber in diese Technologien (und in das Know How, diese Technologien auch richtig zu nutzen), muss die  Hotelbranche Zeit und Geld investieren. Dort aber herrscht häufig die Mentalität, alle Lösungen  möglichst umsonst zu bekommen. Man sucht die Portale mit den geringsten Provisionen und bevorzugt billige bzw. nicht leistungsfähige Technologielösungen für die Schnittstellen. Systeme können kaum miteinander verglichen, die wirklichen Vor- und Nachteile kaum erkannt werden. Nicht nur die Provisionen der Portale, auch die Systemgebühren und Buchungsprovisionen von Technologieanbieter für das automatisierte Channel-Management werden als ungehörig empfunden. Diese jedoch können dafür sorgen, dass neue Umsatzpotenziale erschlossen werden und die Kosten der Portalpflege sinken. Können, wohlgemerkt, denn nicht alle Technologieanbieter halten, was sie versprechen.

„Jeder will an meinem Umsatz mitverdienen“, kommt oft von den Hotels. Warum auch nicht – wenn es damit gelingt, einen klugen Mix aus effizientem Eigenvertrieb und Portal-Vertrieb zu schaffen, mehr Gäste ins Haus zu holen und die Erlöse zu optimieren, bei geringstmöglichem personellen und zeitlichen Aufwand? Wer entwickelt die Systeme weiter? Wer schafft neue Schnittstellen?  Wer kann die Märkte analysieren, mit Kundenwünschen experimentieren und neue Vertriebsideen mit neuen Produkten, Kampagnen etc. entwickeln? Wer kann die Schnittstellen zu neuen Partnern herstellen? Das sind die Portale auf der einen Seite und die Anbieter von Technologiesystemen wie Channel-Manager & Co. auf der anderen.

Entscheidend ist das Gesamtergebnis. Wenn das Haus voll ist und dabei die Erlös-Kosten-Relation optimal ist, dann ist auch eine Partnerschaft von Hotels mit Hotelportalen und Technologieanbietern eine Win-Win-, nein, sogar eine Win-Win-Win-Situation.  Portale und Schnittstellenanbieter bieten eine ganze Reihe cleverer Möglichkeiten, die sich Hoteliers mit Know-how zunutze machen und so ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem direkten und indirekten Online-Vertrieb finden können. Man muss allerdings als Hotelier einiges dafür tun. Der erste Schritt wäre, Portale nicht als Widersacher, sondern als Partner auf Augenhöhe zu erkennen. Das beruht allerdings auch auf Gegenseitigkeit.

Stefanis Marketing Consulting ist eine Unternehmensberatung mit Spezialisierung in der Marketing-, Hotel- und Tourismusbranche mit Sitz in Potsdam. Zum Beratungsportfolio gehören u.a. integrierte marketing- und vertriebsspezifische Beratung von der Konzeption bis zur begleitenden Umsetzung, Machbarkeitsstudien, Website und Online-Marketing, Online-Channel-Management-Beratung, Online-Vertrieb, Destinationsmarketing, Destinationsvermarktung, Coaching und Expertise.